24.05.2010

Review: OHNOHO Pedals

CIMG2438-192x300 in Review: OHNOHO Pedals

OHNOHO Chk Chk Boom

Oh no! They’re alive! – Oh nein, sie leben! Tatsächlich kommt man um Assoziationen von Frankensteins Monster oder Metropolis, auf jeden Fall von der lebendigen Maschine kaum herum, wenn man die Effektgeräte von Ohnoho spielt. Die drei Treter haben vor allem eins gemeinsam: ihre Launenhaftigkeit und Unberechenbarkeit. Allen liegt zwar eine einfache Idee zugrunde, die bei Ohnoho jedoch so weit getrieben wird, wie sonst kaum.

Die Geräte, mit denen Ohnoho bekannt wurde, sind Feedback Looper. Das Chk Chk Boom ist ein relativ normales Feedback-Pedal. Es hat neben dem üblichen Ein- und Ausgang noch einen Effekt-Loop, in dem sich die “Munition” des Chk Chk Booms befindet. Denn die Effekte im Loop werden durch das Chk Chk Boom mit ihrem Ausgangssignal erneut gefüttert, sie werden in eine Rückkopplung gebracht. Je nachdem, welcher Effekt oder welche Kombination von Effekten im Feedback-Loop stecken, kann das sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. Die meisten Verzerrer fiepen zum Beispiel, genau wie bei einer normalen Rückkopplung zwischen Lautsprecher und Tonabnehmer. Viele Delays haben je nachdem erst längere Wiederholungen und beginnen ab einer bestimmten Intensität der Rückkopplung damit, zu oszillieren und verhalten sich wie eine Drone Box. Ähnliches gilt auch für Filter, die man mittels Feedback prima in monophone Syntheziser verwandeln kann. Kurz, mit dem Chk Chk Boom bekommt jedes Effektgerät, das man besitzt, plötzlich eine zweite, manche auch noch eine dritte Funktion dazu. Die meisten dieser neuen Funktionen sind sehr krachig und sehr, sehr spaßig.

Übrigens unterscheidet sich das Chk Chk Boom von anderen Feedback Loopern vor allem durch den Fußschalter. Denn der ist beim Chk Chk Boom als momentaner Schalter ausgelegt, sodass das Feedback nur aktiv ist, wenn man drauf steht. Der Effekt im Loop funtioniert ansonsten normal. Als Optionen sind bei Ohnoho auch ein Kippschalter, um den Loop stumm zu stellen, und ein Fingerschalter für den Betrieb auf dem Tisch erhältlich.

Ohnoho Chk Chk Boom Demo from Mick Schulz on Vimeo.

Der größere Bruder des Chk Chk Boom heißt Utter Stutter und ist auch ein Feedback-Looper, dieser aber mit der Funktion, wie ein Tremolo rhythmisch an- und auszugehen. Was beim Chk Chk Boom also noch eine Noise-Box wurde, wird jetzt einfach zur Noise-

CIMG2500-540x421-300x233 in Review: OHNOHO Pedals

OHNOHO Utter Stutter

Drum-Machine. Das Spektrum reicht von sehr langsam bis zu so schnell, dass der Loop beinahe wie beim Chk Chk Boom steht. Das ist mit einem groben und einem feinen Regler sehr genau einstellbar, um so auch das Zusammenspiel mit anderen Rhythmusgebern oder Samples zu ermöglichen. Das Utter Stutter hat einen momentanen und einen normalen Fußschalter und einen Anschluss für ein Expression-Pedal, mit dem die Geschwindigkeit kontrolliert werden kann. Wenn man keinen Effekt im Loop hat, kann man das Utter Stutter übrigens auch als Tremolo benutzen.

Es ist aber nicht leicht, zu erlernen, was im Feedback-Loop miteinander harmoniert und was nicht. Die schnellsten Ergebnisse sind sicherlich mit einzelnen Effekten, vor allem Delay und Modulationseffekten zu erzielen, ich benutze am liebsten mein Digidelay, wie man im Video sehen kann. Mehrere Effekte im Loop verhalten sich oft merkwürdig und können sich auch gegenseitig ausbremsen. Lawrence von Ohnoho, der bei Fragen gerne hilft, hat allerdings ein Patentrezept: “Einfach ausprobieren!”

Ohnoho Utter Stutter Demo from Mick Schulz on Vimeo.

Schließlich gibt es seit Anfang des Jahres den dritten Sproß der Ohnoho-Familie: Das Blowing Up ist ein Clean Boost. Was jetzt erstmal unspektakulär klingen mag, reiht sich gut in die restliche Produktpalette ein, wenn man bedenkt, dass das Blowing Up seinem Namen alle Ehre macht, denn es jagt wirklich alles dahinter geschaltete in die Luft mit den 40-80 Dezibel, die es produziert. Clean Boost ist also ein ziemlicher Scherz, denn ein Verstärker mit so viel Headroom müsste erstmal gebaut werden. Tatsächlich funktioniert das Blowing Up wie ein Verzerrer, einfach weil die Eingangsstufe von allen nachfolgenden Geräten überlastet wird. Je nachdem, wie die Geräte dahinter gebaut sind, können so die wunderbarsten Zerrtöne entstehen. Besonders viel Freude hatte ich an meinem alten Marshall Valvestate, denn die Verbindung aus überlastetem Vorverstärker und eingebautem Chorus, der auch nicht mehr klarkam, war ein wahrer Ohrenschmaus. Ich würde der Konstruktion den Arbeitstitel “Synthie of Doom +2” geben. Apropos Doom, besonders aufgefallen ist mir der Bass vom Blowing Up. Auch bei meiner heruntergestimmten Gitarre kam ein sehr brauchbarer, klarer Bassbereich an. Leider habe ich keinen verfügbar, sonst würde ich zu gerne einen Matamp oder Sunn 0))) Verstärker mit dem Blowing Up anblasen, das wäre ein kapitaler Doom-Spaß!

Ohnoho Blowing Up Demo from Mick Schulz on Vimeo.

Ohnoho bauen die Effekte übrigens in Kleinserien, die jeweils ein anderes Äußeres bekommen. Auch Einzelstücke gibt es. Die Geräte sind also auch für den Sammler enorm reizvoll.

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst Dich erst einloggen um einen Kommentar zu schreiben.