Nach dem Omnichord-Artikel hat mich ein Leser auf die Seiten von Folktek und Arius Blaze hingewiesen, die in ihren Circuitbending-Versuchen auch Omnichords gemoddet haben. Insgesamt zeichnen sich die Folktek / Arius Blaze Geräte durch ein wunderbares Steampunk Flair aus. Die meisten der hübschen Holz-und-Messing Kästchen sind Drone- und Noiseboxes, basierend auf Delays und simplen Oszillatoren mit Berührungssensitiven Steuerungen. Keyboards gibt es nicht, dafür berührungssensitive Messingplättchen, lose Drähte und Potis. Zwei bis drei der Custom-made-Boxes, unter anderem ein irgendwie dem Impressionist Drum Scape ähnlichen Noise/Drumsynthie durfte ich mal bei einem Folk (ja, Folk!) Konzert bewundern, bei dem eine Mischung aus Waldschrat und verrücktem Professor damit wunderbare Soundlandschaften, inklusive Solo zauberte… Kurz, sie klingen mindestens so gut wie sie aussehen. 
Aber das sind nicht die einzigen Steampunk-Synths… Moritz Wolpert aus Berlin hat zum Beispiel vor einiger Zeit als Einzelstücke das Heckeshorn und die Schaltzentrale gebaut. Letztere ist ein gigantischer Modularsynth, der mit seiner im Jugendstil geätzten Oberfläche und echt antiken Bestandteilen wie Voltmeter aussieht wie ein Fahrstuhl aus dem 19. Jahrhundert. Ab und zu werden mit diesen beiden Monstern sogar Konzerte gegeben, allerdings dürfte der Transport nicht ganz einfach sein.
Und es geht sogar „echt“ Steampunk: In der Universität von Toronto steht ein Synthie aus dem 19. Jahrhundert. OK, kein Synthesizer im heutigen Sinne, aber doch ein Vorläufer: Stimmgabeln werden mit Magnetspulen zum Schwingen angeregt. Jede einzelne davon hängt vor einem Messing-Resonator, der wiederum durch ein Keyboard geöffnet werden kann.
Quellen: Sequencer.de und Synthopia.com



