19.02.2010

Review: Moody Sounds Mushroom Echo

Die Effekt-Boutique aus Hamburg hat mir schönerweise zwei unfassbar coole handgemachte Boutique-Pedale zum testen und vorstellen zur Verfügung gestellt: Das Moody Sounds Mushroom Echo aus Schweden, und das That’s Echo Folks von MG-Music aus Brasilien. Beide haben eines Besonderheit gemeinsam: Einen Optischen Sensor, über den man per Fuss mit der Delay-Time spielen kann. Um nicht alle Grenzen zu sprengen, werde ich die Review in zwei Posts aufteilen.  Zunächst kommt das Moody-Pedal, bald dann das von MG-Music.

Das Mushroom Echo hat passend zum Namen ein schickes, von Hand in Fliegenpilz-Optik bemaltes Gehäuse. Der Lack ist beim Testgerät auf coole Art brüchig und rauh, auf Bildern hat das Pedal normalerweise eher eine glatte Oberfläche. Nur zwei Regler sitzen auf dem Effekt, der Weisse steht für Delay time, der Rote für Amount. Dazu kommen der optische Sensor, ein Switch sowie der True-Bypass Fusschalter. Alle Bauteile sind hochwertig, anscheinend werden Wima-Kondensatoren, Alpha-Potis und Switchcraft-Buchsen verwendet. Im Innern ist das Pedal absolut sauber und penibel verdrahtet.

In der Praxis klingt der Amount-Poti nach einer Mischung aus Feedback und ein wenig Blend: Er verlängert die Delay-Fahne wie ein Feedback-Regler, gleichzeitig klingt sie immer sehr gleichmäßig im Verhältnis zum gespielten Ton ab: Bei weit offenem Amount ist das erste Echo genau so laut.

Der Grundsound des Muschroom Echo ist warm und sehr transparent, irgendwie wirkt es auf mich manchmal sogar fast hart, durch eine ganz leichte Mittenbetonung. Nebengeräusche gibt es anscheinend keine, nur bei viel Feedback werden die Echos in der Oszillation irgendwann ein wenig brüchig, mit minimalem Rauschen

Der Switch schaltet zwischen optischem Mode und Standard hin und her. Im optischem Mode wird der Sensor zu einem zusätzlichen Delay Time Regler: Dabei wird die Zeit zwischen ganz kurz (Komplett im Licht) bis zu dem Niveau des weißen Potis (Sensor komplett im Dunkeln) geregelt. Würde man den Sensor also zukleben, würde das Ergebnis dem Standard Mode entsprechen.

Wie bei jedem analogen Delay bedeutet eine Veränderung der Delay-Time auch eine Tonhöhenändrung der bereits gespielten Töne – als ob ein Tonband schneller wird. Benutzt man den optischen Mode in Kombination mit einer “normalen” Grundeinstellung, entstehen dadurch komische kurze Modulationen, der Ton eiert nach oben oder unten, sobald man über den Sensor streicht. Je länger das Feedback, desto deutlicher wird der Effekt natürlich. Mit geschicktem Fuss-Einsatz kann man dadurch Sololinien eine irgendwie  schräge und verschobene Zweitstimme geben, erinnert irgendwie manchmal an den Gesangsstil von Peaches. (Zugegeben, im Video bin ich nicht so geschickt mit dem Fuss). Wenn das Pedal in die Oszillation gerät wird das Feedback verdammt laut, und die Wirkung des Optischen Sensors radikaler: Man kann merkwürdiges Wimmern und kreischen erzeugen, aber auch den Ton nach unten abwürgen.

Mein persönlicher Geheimtip ist allerdings, das Pedal vor einen Zerrer zu hängen und als Noise-Generator zu verwenden. Mit beiden Händen an allen Reglern rumspielend, geht von alten Trecker-Motoren bis zu schrillem Kreischen alles – Siehe Video 2

Fazit: Ein einfaches, aber unglaublich Spass bringendes Pedal mit geilem Sound. Ideal als Zweit-Delay, und auch für Soundbastler jenseits der Gitarre geeignet. Mit separatem Mixregler und etwas längerer Maximaler Zeit wäre es auch absolut als Haupt-Dealy verwendbar, so muss man rausfinden ob man auch ohne klarkommt. Preis-Leistung dafür aber super.

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